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Wenn Du wüßtest, wer ich bin!


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 Wenn Du wüßtest, wer ich bin!

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Andy Lehmann

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BeitragThema: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    Do Apr 26 2018, 22:08

Flo würde Augen machen. Heute hatte ich sogar den Berliner Dom entdeckt. Ich traute echt meinen Augen kaum. Das war schon total abgefahren. Klare Sache, daß wir dann dort heiraten würden. Denn das Teil war wie für uns geschaffen. Und diesmal würde es noch viel schöner und großartiger werden. Nur leider ohne Charlie. Das war ein ziemlich großer Wermutstropfen. Wie sollte es ohne meinen besten Freund denn schön werden? Er würde mir total fehlen. Aber ich würde an ihn denken, soviel war klar. Vorhin war ich beim Juwelier gewesen und hatte uns schonmal die Trauringe besorgt. Diesmal würden sie mir garantiert nicht in den Gully fallen. Nochmal würde ich nicht zu meiner eigenen Hochzeit fast zu spät kommen. Man, man, man, das war schon was gewesen, wenn ich daran zurückdenken mußte. Ich würde jetzt erstmal im Fasan zur Feier des Tages was essen und Flo anschließend diese geile Neuigkeit erzählen. Oder sollte es noch eine Überraschung bleiben? Noch überlegte ich, war gar nicht so einfach. Aber ich würde es sicher nur schwer für mich behalten können. Vanessa wollte ich auf jeden Fall schonmal die Trauringe zeigen. Sie wußte ja auch noch nicht, daß wir heiraten wollten. Der Termin stand allerdings auch noch nicht fest. Wir wußten es alles noch nicht. Nur, daß wir noch einmal heiraten wollten, das war klar. Und ich würde dafür sorgen, daß es für Flo ein unvergeßlicher Tag werden würde.

Als ich den Fasan betrat, war Vanessa leider nicht da. Viel Betrieb war aber auch nicht, so daß ich schnell einen freien Tisch fand. Biedermann kam sofort auf mich zu. „Herr Schmidt, was darf es denn diesmal sein? Wie immer?“ Der Kerl würde mich wohl ewig für Thomas halten, also benahm ich mich auch so. „Selbstverständlich. Das 7-Gänge-Menü, wie immer! Und bringen Sie mir bitte ein Glas Wein!“, bestellte ich bei ihm. „Sehr wohl, Herr Schmidt!“ Ich grinste mir jedes Mal einen zurecht, wenn er mich für Thomas hielt. Aber sollte er doch. Da hatte ich jedenfalls mehr Freiheiten und wurde bevorzugt behandelt. „Ach, Herr Schmidt, was mir einfällt, ich kann Ihnen auch gerne etwas über unser Freizeitangebot erzählen!“, meinte er dann. Verwirrt sah ich ihn an. „Na, weil Sie heute wohl eher privat unterwegs sind!“, grinste er und zeigte auf meine Kleidung. „Jaja, das ist meine Freizeitkleidung! Sie können sehr gerne mal etwas zusammenstellen!“, lächelte ich ihn kühl an. „Selbstverständlich!“, meinte er und ging dann. Na, das klappte doch wie am Schnürchen. Ob Vanessa heute noch auftauchte, war fraglich.

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Tod

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BeitragThema: Re: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    So Apr 29 2018, 18:05

Die Sensenmänner waren in Aufruhr und in der Stadt wimmelte es nur so von ihnen. Das alles hatte allerdings auch einen Grund. Der Grund dafür war der Tod persönlich. Sensenmänner beteten den Tod genauso an wie die Engel Gott. Schließlich hatte der Tod auch jeden einzelnen der Sensenmänner erschaffen und ihnen ihre Macht gegeben.
Ein weißer Cadillac Eldorado 1959 fuhr langsam die Straße herab und blieb ein kleines Stückchen vor dem "Fasan" stehen. Langsam öffnete sich die Tür des Wagens und ein schmaler und etwas älterer Mann trat heraus, mit einem Gehstock in der rechten Hand und einem silbernen Ring mit weißem Stein. Der ältere Mann trug einen schwarzen Mantel und darunter einen sehr edlen Anzug. Mit Leichtigkeit ließ er die Tür hinter sich zufallen und ließ das Auto einfach stehen. Auch der Tod war gezwungen sich an die Modernisierung anzupassen. Nachdem man Lucifer frei ließ hatte der "Stallbursche" der vier apokalyptischen Reiter ihm dieses Auto besorgt. Aber hier in dieser Welt hatte er einen seiner Sensenmänner den Wagen besorgen lassen.
Mit langsamen Schritten und dem leisen Geräusch seines, auf den Boden schlagendes, Gehstocks ging der Tod voran in Richtung des Eingangs des "Fasan". Keinem der Passanten widmete er auch nur einen Blick, während er durch die Menge glitt. Kaum hatte er die Türschwelle übertreten musterte er das Innere dieses Restaurants. Seine Macht konnten zwar nur Wesen spüren, die dafür ein Gespür hatten doch seien Erhabenheit und das etwas an ihm einschüchternd war spürte wohl auch jeder andere. Während sein Blick langsam durch den Raum glitt konnte er keinen freien Tisch mehr erkennen, doch das störte ihn eher weniger. Etwas weiter entfernt war ein großer Tisch an dem nur eine Person saß. Zielstrebig ging der Tod auf diesen Tisch zu und setzte sich einfach dazu. Nicht einen einzigen Blick würdigte er dem Mann, der ihm gegenüber saß. Seinen Gehstock stellte er einfach neben sich ab und er musterte die Karte ganz ruhig.
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Andy Lehmann

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BeitragThema: Re: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    So Apr 29 2018, 20:26

Ich durfte mir natürlich nichts anemerken lassen und ging auf Biedermann ein. Ja, sollte er mir ruhig etwas zusammenstellen. Es war schon cool. Dachte er wirklich, ich hätte nur meine Freizeitkleidung an. Wenn der wüßte, daß das meine normale Kleidung war. Aber egal.

Während Biedermann wieder ging, holte ich nochmal die Trauringe hervor und sah sie mir genau an. Die Gravur war echt schön geworden. Flo würde sich freuen. Jetzt mußte ich nur einen geeigneten Zeitpunkt finden, wo ich ihr vom „Berliner Dom“ erzählen konnte. Ich wunderte mich immer wieder, wie sehr sich der „Fasan“ verändert hatte. Er war wirklich kaum noch wiederzuerkennen und sah viel moderner aus als der, den ich kannte. Ob Gerner diese kleine Veränderung auch so gefallen hätte, wagte ich allerdings, zu bezweifeln. Wenig später bemerkte ich einen weiteren Gast, der in den „Fasan“ kam. Es war ein etwas älterer Herr, der auf einem Stock gebeugt war. Er wirkte doch ein wenig unheimlich. Ich konnte nichtmal sagen, warum, aber seine Aura war schon ziemlich einschüchternd. Er trug einen schwarzen Mantel und diesen Stock. Es würde allerdings schwer für ihn werden, noch einen freien Tisch zu ergattern, doch plötzlich kam er geradewegs auf mich zu und setzte sich mir Gegenüber. Er schien mich allerdings gar nicht zu beachten, so als wäre ich überhaupt nicht da und begann die Karte zu studieren. „Guten Tag!“, begrüßte ich ihn wenigstens höflich. Er war schon ziemlich seltsam. Allein sein Auftreten und Erscheinen. Ich ahnte ja nicht, mit wem ich es da zu tun hatte. „Waren Sie schonmal hier?“, fragte ich ihn, um ein kleines Gespräch zu beginnen. Auch wenn er nicht danach aussah, als wenn er gerne Smalltalk betreiben würde, mußte man es mal probieren. Manche Leute tauten im Laufe eines Gespräches erst richtig auf. Andere ältere Männer hätten mich sicher auf die Trauringe angesprochen, aber ich war ihm auch dankbar, daß er es nicht tat.

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Tod

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BeitragThema: Re: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    Di Mai 08 2018, 23:15

Ruhig musterte der Tod die Karte und ließ sich auch nach dem "Guten Tag!" nicht davon ablenken. Etwa eine halbe Minute schwieg er noch und ließ sein Gegenüber einfach sitzen, ehe er die Karte etwas senkte und ihm direkt in die Augen schaute. So ein wertloses Leben und nur noch so kurz, dachte sich der Tod, während er ihn anschaute. "Ich habe gehört, das Essen soll hier gut sein. Allerdings esse ich nie zweimal am selben Ort.", antwortete er ganz einfach, ohne ihn zu grüßen. Das Essen war in diesem Lokal das wohl interessanteste und das würde es auch mit Abstand bleiben. Wenn Andy nur wüsste, was für ein Privileg es war mit dem Tod zu sprechen, egal ob man bereits tot oder noch lebendig war. Nur die wenigsten Individuen hatten das Glück, oder Pech, mit dem Tod sprechen zu dürfen und noch weniger überlebten dies. Ruhig blickte er ihn an, ehe sein Blick zu seinem Ring glitt. In der Ferne näherte sich wieder Biedermann und blickte den Tod total verwirrt und empört an. "Was machen Sie hier? Haben Sie ihn eingeladen, oder soll ich ihn herausschmeißen lassen?", ließ er seinen Blick auf Andy sinken. Der Tod musterte Biedermann ruhig und hatte ein wenig das Verlangen, sein Leben einfach zu beenden. In dem Lokal und vor dem Lokal sammelten sich Sensenmänner, die alle ihren Erschaffer begutachten und ehren wollten.
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Andy Lehmann

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BeitragThema: Re: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    Do Mai 17 2018, 18:58

Der Mann war zumindestens so höflich, daß er mir Antwort gab, auch wenn es eine Weile dauerte. Er meinte, wenn auch etwas kühl, er würde niemals zweimal am selben Ort essen. „Dann kennen Sie so etwas wie ein Stammrestaurant gar nicht?“ Das war doch sicher schade, immerhin freute man sich doch jedes Mal, wenn man zurückkehren konnte in das Restaurant, wo es einem besonders schmeckte. „Also ich glaube, daß Sie ganz schnell Ihre Meinung ändern werden, wenn Sie einmal hier gegessen haben!“, grinste ich ihn an. „Ja, das Essen ist wirklich vorzüglich. Ich kenne die Geschäftsführerin hier auch sehr gut!“ Das kam dann auch noch dazu, daß man auch nette Leute kennenlernte und sich unterhielt.

Ich erschrak doch ein wenig, als Biedermann nun wieder zurückkam und ein wenig aufgebracht über den Mann war. Er fragte mich sogar, ob ich ihn eingeladen hätte. „Nein, das habe ich ihn nicht. Aber er ist ein Gast wieder jeder andere auch!“ Oh man, ich klang schon wie Gerner. Biedermann schien ihn nicht zu mögen und fragte, ob er ihn sogar rausschmeißen lassen sollte. „Warum denn das? Er hat Ihnen doch gar nichts getan!“ Schon seltsam. Dann kannten die beiden sich wohl schon. Der Mann allerdings ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Bleiben Sie ruhig hier sitzen. Und Biedermann, kümmern Sie sich um unsere Bestellungen!“ Was war denn mit dem sonst so ruhigen Kellner los? Ich wandte mich dann wieder an den Fremden. „Er hat wohl heute seinen schlechten Tag! Normalerweise ist er ganz anders!“ Aber komisch war das schon, warum der Anblick des Gastes ihn so aus der Ruhe gebracht hatte. Wäre er Danecker, hätte ich das auf jeden Fall verstanden, aber so nicht. Das war mir jetzt schon ein wenig unangenehm. Was hatte er gegen ihn? Aber klar war, daß sie sich schonmal begegnet sein mußten.
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Tod

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BeitragThema: Re: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    Sa Mai 19 2018, 21:24

Gelassen senkte der Tod wieder seinen Blick auf die Karte und musterte das Angebot. Innerlich hoffte er darauf, dass der andere nach seiner Antwort Ruhe geben würde und er in Ruhe essen könne, doch das war wohl vergeblich. Jetzt stellte er auch noch eine Frage. Außen wirkte der Tod noch sehr gelassen und total ruhig, aber innerlich war er genervt und er hatte schon ganze Restaurants für weniger ausgelöscht. "Ich esse schon immer auf dem selben Planeten, das ist mehr als genug.", entgegnete der Tod nun ohne überhaupt seinen Blick zu heben. Wieso sollte er auch?
Vielleicht würde der andere jetzt endlich Ruhe geben, aber wieder sagte er etwas. Dazu kam noch diese gute Laune und der Tod konnte sich sein Grinsen förmlich vorstellen. Schweigend und erfüllt von seiner Präsenz schaute er nun seinem Gegenüber einfach nur in die Augen, ohne auch nur ein Wort zu verlieren. Ob das Essen schmeckte, würde der Tod für sich selbst herausfinden, das brauchte ihm kein Spielzeug Gottes zu sagen. Aber als wäre dieser nervige Smalltalk nicht schon genug, erzählte er noch von seiner guten Beziehung zur Geschäftsführerin. Das alles interessierte den Tod gar nicht. Häufig fragte sich der Tod, warum Gott dieses erbärmliche und nutzlose Spielzeug erschaffen hatte, wenn sie doch gar keinen Zweck erfüllten.

Die Unterhaltung zwischen dem Kellner, oder wer das auch immer war, und dem anderen hörte der Tod gar nicht wirklich zu sondern konzentrierte sich lediglich auf seine Speisekarte. Nachdem kurzes Schweigen herrschte senkte der Tod seine Speisekarte und begann zu sprechen. "Ich werde ein Steak mit Bratensoße und Spätzle nehmen.", seine Stimme war kalt und sein Gesicht ohne jeglichen Ausdruck. Dann sprach sein Gegenüber schon wieder mit ihm, dass der Kellner wohl nur einen schlechten Tag hätte. "Menschen starben schon wegen weniger.", entgegnete der Tod kühl und total gleichgültig.
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Andy Lehmann

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BeitragThema: Re: Wenn Du wüßtest, wer ich bin!    Mi Mai 23 2018, 19:40

Der Mann gab mir nun eine merkwürdige Antwort, die mich etwas stutzen ließ. Er meinte auf meine Frage hin, daß er schon immer auf demselben Planeten gegessen hatte, was mehr als genug sei. So, als wäre er nicht von diesem Planeten. „Aber jedes Restaurant ist anders. Jedes hat sein eigenes Angebot an Speisen! Wäre ja auch langweilig, wenn jeder dasselbe anbieten würde!“ Gerner wäre auch ganz schön sauer, wenn man sagen würde, daß das Konkurrenzrestaurant genau so tolle Speisen hatte wie er. „Nichts ist gleich!“ Aber der Mann schien kein großes Interesse daran zu haben, sich zu unterhalten. Als er nun doch einmal aufsah und mir in die Augen sah, erschauerte ich doch kurz, denn er hatte eine seltsame Präsenz. Ich konnte es mir auch nicht erklären, wieso, aber er wirkte, als wäre er echt nicht von dieser Welt. Er sah mir tief in die Augen und sagte kein Wort. So schwiegen wir uns eine ganze Weile an. Es war irgendwie unheimlich. Überhaupt war er sehr schweigsam und redete kein Wort.

Ich versuchte, in seinen Augen etwas zu lesen, konnte es aber nicht. Es war eine gruselige Atmosphäre. So ging das eine ganze Weile, bis Biedermann plötzlich auftauchte und über den Mann herzog. Er schien ihn von irgendwoher zu kennen. Also besonders sympathisch war der Kerl mir ja auch nicht, aber das war ja kein Grund, ihn einfach rauszuwerfen. Daher versuchte ich auch, Biedermann für seine Entgleisungen zu entschuldigen. Aber das schien den Mann alles nicht zu interessieren. Stattdessen bestellte er nun sein Essen. Seine Stimme war eiskalt. Geheuer war er mir auch nicht. Wenig später verschwand Biedermann wieder. „Er war ja ganz schön sauer. Woher kennen Sie beide sich?“, wollte ich wissen. Aber bei dem Ganzen hier bezweifelte ich ernsthaft, daß der Kerl mir etwas verraten würde. Notfalls würde ich halt nachher mal Biedermann selbst fragen. Mir würde er ja sicher Auskunft geben.

Bei seiner nächsten Aussage mußte ich allerdings schwer schlucken. Der Mann meinte, mit eiskalter Stimme, daß Menschen schon wegen weniger starben. Ich konnte damit nichts anfangen, wußte nicht, was er mir damit sagen wollte. „Sie wollen ihn doch wohl nicht etwa deswegen umbringen?“ Erschrocken sah ich ihn an. Das war ja nun auch kein Grund. Ich versuchte, mir ein Bild von dem Mann zu machen, aber das war völlig unmöglich. Aber klar war, daß es eine ziemlich zwielichtige Gestalt war und nicht einzuschätzen. Wer weiß, vielleicht saß ich sogar gerade mit einem Mörder an einem Tisch? Bei Danecker hatte ich es auch anfangs nicht wahrhaben wollen, bis er mal sein wahres Gesicht gezeigt hatte. Bloß da war es schon fast zu spät gewesen. Aber hier hatte ich von Anfang an ein ziemlich komisches Gefühl.
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